2 Sicherheitsvorfälle: Zeabur macht bis 31. Dezember 2026 die Server aus
Zeabur fährt nach rund 3,5 Jahren runter. Wenn deine Deployments dort laufen, ist nicht der Preis dein Problem, sondern der harte Shutdown-Termin.
Kill-Posts8 Min. Lesezeit
Tim Neunzig
2 Sicherheitsvorfälle reichen, und dein Hosting hat plötzlich ein Ablaufdatum.
Zeabur hat am 17. Oktober 2026 angekündigt, nach rund 3,5 Jahren runterzufahren. Shared Clusters werden ab 1. Dezember 2026 pausiert. Dedicated Server und Shared Clusters sind bis spätestens 31. Dezember 2026 aus.
Wenn du dort n8n, OpenClaw oder irgendeine schnell zusammengeklickte AI-App betreibst, hast du jetzt keinen Plattform-Partner. Du hast eine Umzugsliste.
Was passiert ist
Zeabur war ein PaaS für automatische Builds und Deployments. Code rein, Service raus. Shared Cluster, Dedicated Server, Managed Databases, Domains, DNS, Logs, Resource Limits, E-Mail-Service, Self-managed Server und AI-Deployments über zbplan und Zeabur Agent. Genau das Zeug, das kleine Dev-Teams kaufen, wenn sie keinen Bock auf Server-Betrieb haben.
Am 17. Oktober 2026 veröffentlichte Zeabur den Shutdown-Post. Der Titel sagt genug: "Zeabur is shutting down". Laut Kill Sheet stoppten neue Käufe von Dedicated Servern und Domains sofort. Renewals für Dedicated Server sind deaktiviert. Shared Clusters werden ab 1. Dezember 2026 pausiert. Bis 31. Dezember 2026 werden alle Dedicated Server und Shared Clusters abgeschaltet.
Der Auslöser war nicht einfach nur ein Pivot oder ein leiser Produkt-Tod. Am 14. Oktober 2026 erreichte laut Zeabur ein externer Angreifer interne Systeme und einige Customer Services. Das war der zweite Security Incident in H2 2026. Zwei Vorfälle in einem Halbjahr. Danach macht die Plattform dicht.
Was noch fehlt, ist genau das, was du für einen sauberen Exit brauchst. Das Datum für Datenlöschung ist noch nicht angekündigt. Die finale Export-Deadline ist noch nicht angekündigt. Das Support-Ende ist noch nicht angekündigt. Du bekommst also einen harten Infrastruktur-Termin, aber nicht alle operativen Enddaten. Schön trocken. Genau so stirbt Vertrauen.
Die Pricing-Seite zeigt, was du gemietet hast. Free liegt bei 0 € pro Monat, mit 1 Self-managed Server und 48h Log Retention. Dev liegt bei 5 € pro Monat, mit 14-day Trial, 3 Self-managed Servern und 7d Logs. Pro liegt bei 19 € pro Monat, mit 10 Self-managed Servern, 4C8G Build Machine, 30d Logs und Priority Support. Team liegt bei 79 € pro Monat, enthält 3 Seats und kostet 24 € pro Monat je Extra-Seat. Enterprise hat kein öffentliches Preisschild. Zeabur listet USD, ein öffentlicher EUR-Preis ist nicht bekannt. Für diese Rechnung werden die Ziffern in EUR übernommen, weil kein EUR-Listenpreis öffentlich ist.
Für ein 10er-Team heißt das: 79 € Team-Plan inklusive 3 Seats plus 7 Extra-Seats mal 24 € pro Monat. Das sind 247 € pro Monat. Über 36 Monate sind das 8.892 €. Für ein Produkt, das laut eigenem Shutdown-Post bis 31. Dezember 2026 seine Server abschaltet.
Was es wirklich für dich getan hat
Du hast Zeabur nicht gekauft, weil du eine lange Feature-Liste lesen wolltest. Du hast es gekauft, damit Deployments nicht nerven.
Täglich wichtig waren Git-basierte automatische Builds und Deploys. Du pushst Code, der Dienst baut neu, der Dienst läuft. Kein manueller Copy-Job. Kein SSH-Gefummel bei jeder Änderung. Für kleine Teams ist das der Kern.
Danach kommt Service-Hosting. n8n, OpenClaw und AI-Apps brauchen laufende Container mit öffentlicher URL. Zeabur gab dir dafür Cluster oder Server. Ob darunter schönere Begriffe standen, war egal. Entscheidend war: Prozess läuft, Port ist offen, Domain zeigt drauf.
Managed Databases waren ebenfalls wichtig. App State ist nicht Deko. Wenn deine Workflows, Jobs oder User-Daten in einer Datenbank liegen, muss diese Datenbank exportierbar und wiederherstellbar sein. Jetzt ist das kein Komfort-Feature mehr. Es ist dein Fluchtweg.
Custom Domains und DNS waren Alltag. Customer-facing Apps brauchen stabile Hostnames. Beim Umzug darfst du nicht raten. Du musst wissen, welche Domain auf welchen Service zeigt, welche Records existieren und wann du cutoverst.
Logs, Log Search und Log Forwarding waren kein Luxus. Wenn ein Deploy fehlschlägt oder ein Service stirbt, brauchst du Laufzeit-Sicht. Nicht irgendwann. Jetzt. Kleine Teams brauchen Logs, weil sie kein separates Ops-Team haben.
Environment Variables und Resource Limits waren auch täglicher Betrieb. Secrets, API Keys, Config, CPU- und Memory-Grenzen. Ohne diese Dinge ist dein Deployment nur ein Container mit Hoffnung.
API Keys und Webhooks waren der Klebstoff. GitHub triggert Deployments. Andere Tools stoßen Jobs an. Wenn du migrierst, musst du diese Ketten nachbauen, sonst startet nach dem Umzug nichts mehr automatisch.
Der Rest hat den Preis und die Produktseite voller gemacht. High-Availability Deployment. Wonder Mesh Device Connectivity. Gateway IP Allow- und Block-Rules. E-Mail-Service. Custom Service Icons. Zeabur Agent für AI-assisted Deployments. Domain-Kauf über Zeabur. Kann alles nützlich sein. Für viele kleine Teams war es Ballast, während n8n und ein paar Apps laufen sollten. Genau deshalb baust du es nicht nach.
Die Rechnung
| Variante | Preis pro Nutzer pro Monat | Team-Größe | Laufzeit | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Zeabur Team | 79 € Grundpreis inkl. 3 Seats, plus 24 € je Extra-Seat | 10 | 36 Monate | 8.892 € |
| Owned Build, Pro-Scope | nicht pro Nutzer, 2.500 € bis 8.000 € einmalig | 10 | 36 Monate | 2.500 € bis 8.000 € |
Du behältst beim oberen Build-Ende 892 € gegenüber der Zeabur-Team-Miete über 36 Monate, vor Serverkosten, und du behältst den Code auf deinem Server. Der Payback liegt bei 33 Monaten, wenn du mit dem oberen Build-Ende von 8.000 € rechnest.
Das ist nicht die große Sparfantasie. Das ist der nüchterne Punkt. Bei Zeabur geht es nicht mehr nur um Abo-Kosten. Es geht darum, dass die Plattform weg ist. Ein eigener Build kauft dir Kontrolle über Deployments, Datenbanken, Domains, Logs und Backups. Genau die Teile, die weiterleben müssen.
Was du stattdessen baust
Du baust keinen Zeabur-Klon. Du baust den Ersatz für die Dienste, die heute wirklich laufen. Der Scope bleibt eng. Alles andere ist Spielzeug.
App-Deploy-Runner: GitHub-Repos werden mit Container-Builds verbunden. Ausgewählte Services deployen automatisch neu. Keine komplette Plattform-Religion. Nur der Weg von Commit zu laufendem Container.
Service-Katalog: Du definierst die aktuellen Apps, etwa n8n, OpenClaw und AI-Services. Pro Service: Port, Domain, Environment Variables, Resource Limits und benötigte Secrets. Was nicht läuft, wird nicht migriert.
Database Layer: Postgres läuft auf deiner Infrastruktur. Zeabur-Datenbank-Backups oder App-Level-Backups werden exportiert, getestet und wiederhergestellt. Ohne Restore-Test hast du kein Backup. Du hast nur eine Datei.
Logs und Backup-Jobs: Runtime Logs bleiben zugänglich. Backup-Jobs laufen geplant auf den Server oder ein Storage-Ziel unter deiner Kontrolle. Log Forwarding kommt rein, wenn du es heute wirklich nutzt.
Domain-Cutover-Runbook: Domains und DNS-Records werden vor dem 31. Dezember 2026 weggezogen. Du dokumentierst Alt-Ziel, Neu-Ziel, TTL, Test und Cutover. Kein Klick-Marathon am letzten Tag.
Der Stack ist simpel. Ein Linux-Server unter deiner Kontrolle. Coolify oder CapRover als Self-hosted PaaS. Docker-Container für jede App. Postgres für Anwendungsdatenbanken. GitHub für Source Repositories. DNS beim Registrar des Kunden. Ein Server reicht zum Start, wenn die aktuellen Zeabur-Services das hergeben. Mehr Server kommen nur dazu, wenn die laufenden Dienste das wirklich brauchen.
Die Open-Source-Bausteine sind bekannt. Coolify steht unter Apache-2.0, hatte laut Kill Sheet 63.262 Stars und den letzten Commit am 20. Oktober 2026. CapRover steht unter Apache-2.0, hatte 15.186 Stars und den letzten Commit am 19. Oktober 2026. Dokploy steht unter Apache-2.0 mit zusätzlichen Terms, hatte 37.886 Stars und den letzten Commit am 16. Oktober 2026. Du musst nicht alle einsetzen. Du wählst einen primären PaaS-Baustein und migrierst deine Services.
Die Datenmigration ist die eigentliche Arbeit. Exportiere GitHub-Repositories, Zeabur-Datenbank-Backups, Environment Variables, Domain- und DNS-Settings sowie Service Resource Settings. Stelle Datenbanken in Postgres wieder her. Lege Services im Self-hosted PaaS neu an. Teste Domains. Dann schaltest du DNS um, bevor Zeabur am 31. Dezember 2026 dicht ist. Die finale Export-Deadline und das Datenlöschdatum sind noch nicht angekündigt. Genau deshalb wartest du nicht.
Was du verlierst, ist real. Du verlierst Zeabur Shared Clusters und Dedicated-Server-Lifecycle-Management. Du verlierst Zeaburs AI Build Planner und den AI Deployment Assistant. Du verlierst Domain-Kauf und E-Mail-Service über Zeabur. Du verlierst Priority Support aus dem Pro-Plan und Vendor-Support generell. Du verlierst High-Availability Features, Wonder Mesh, Gateway IP Allow- und Block-Rules, Custom Service Icons und alle Claude Code oder Codex Migration Skills, die Zeabur angekündigt hat. Wenn du genau diese Dinge brauchst, baust du mehr als einen pragmatischen Ersatz. Dann wird es größer.
Wer das machen sollte
Das passt für Indie-Developer und kleine Teams, die n8n, OpenClaw oder AI-Apps auf Zeabur laufen haben und jetzt vor dem 31. Dezember 2026 umziehen müssen. Wenn du nur GitHub-Deploys, Container, Postgres, Domains, Logs und Backups brauchst, ist ein Self-hosted PaaS sauber genug.
Das passt auch für ein 10er-Dev-Team auf dem Team-Plan. Bei 8.892 € über 36 Monate ist ein Build von 2.500 € bis 8.000 € kein Exot. Er ist ein Ersatz für eine Plattform, die abschaltet. Wenn die Apps Umsatz, interne Automatisierung oder Kundenprozesse tragen, willst du nicht auf ein noch unbekanntes Export-Enddatum warten.
Das passt für Gründer, die keine per-Seat-PaaS-Miete für Leute zahlen wollen, die nur gelegentlich deployen. Ein eigener Stack skaliert nicht magisch. Aber er stellt die Kosten nicht nach Sitzplätzen auf, wenn dein eigentliches Problem ein paar laufende Services sind.
Weiter mieten solltest du, wenn du Zeabur ohnehin nicht produktiv nutzt, nichts Kritisches dort liegt oder dein Team keine Lust auf Server-Verantwortung hat. Dann zieh zu einem anderen PaaS und zahl weiter Miete. Auch okay. Nur nenn es nicht Kontrolle.
Das SaaSKiller-Urteil Wenn deine Apps auf Zeabur laufen, hat dein Hosting jetzt ein Ablaufdatum. Für ein 10er-Team liegt der Team-Plan rechnerisch bei 8.892 € über 3 Jahre, aber das eigentliche Problem ist: Die Plattform ist spätestens am 31. Dezember 2026 weg. Zieh die laufenden Dienste auf einen Server unter deiner Kontrolle und baue nur Deployments, Datenbanken, Domains, Logs und Backups nach.
Quellen
KI-generiert