7 bis 10%: Atlassian hebt Jira Cloud Preise am 13. Oktober 2026 an
Atlassian hebt Cloud-Listenpreise an. Wenn du Jira Cloud nur für Tickets, Boards und Filter nutzt, zahlst du weiter Plattform-Miete.
Tim Neunzig
7 bis 10% mehr für Jira und Confluence Standard und Premium. Das ist die Zahl, die du dir merken musst.
Atlassian hat die Cloud-Listenpreise zum 13. Oktober 2026 PT angehoben. Betroffen sind Jira, Confluence, Bitbucket und weitere Cloud-Produkte. Die offizielle Begründung: AI, Teamwork Graph und Enterprise-Funktionen. Die Rechnung zahlst du pro lizenziertem Nutzer.
Wenn du Jira Cloud jeden Tag für Tickets, Boards, Status, Filter und ein paar Automationen nutzt, ist das kein Weltuntergang. Es ist schlimmer. Es ist normalisierte Miete für ein Werkzeug, das viele Teams als simplen Tracker benutzen.
Was passiert ist
Atlassian hat Cloud-Listenpreise zum 13. Oktober 2026 PT erhöht. Die Erhöhung betrifft laut Kill-Sheet Jira, Confluence, Bitbucket und mehr. Adaptavist nennt für Jira und Confluence Standard und Premium Steigerungen von "7-10%". Für Enterprise nennt Adaptavist "8%".
Atlassian sagt laut Quelle, die Erhöhung finanziere AI, Teamwork Graph und Enterprise-Fähigkeiten. Separat wichtig: AI-Nutzung mit nutzungsbasierter Abrechnung ist getrennt. Du zahlst also nicht automatisch alles mit dieser Listenpreis-Erhöhung ab. Du zahlst die Grundmiete höher, und separate AI-Nutzung bleibt separat.
Jira Cloud ist Atlassians gehosteter Issue- und Projekt-Tracker. Software- und IT-Teams kaufen ihn pro lizenziertem Nutzer. Oft hängt Confluence daneben für Wiki-Seiten. Oft hängt Bitbucket daneben für Git-Hosting. Genau so wächst die Plattform in Teams rein. Erst ein Board. Dann Wiki. Dann Rechte. Dann Automationen. Dann Marketplace-Apps. Dann Enterprise-Kram, den du nie angefordert hast.
Die relevante Standard-Rechnung im Kill-Sheet nutzt 7,91 € pro lizenziertem Nutzer und Monat für 10 Nutzer über 36 Monate. Das sind 2.847,60 €. Wichtig: Das ist der Vor-Preis aus Juli 2026. Der neue EUR-Listenpreis nach dem 13. Oktober 2026 ist im Kill-Sheet nicht angegeben. Also wird nicht geraten. Die Rechnung bleibt beim bekannten Preis.
Das macht die Sache trockener. Schon vor der Erhöhung zahlst du für 10 Standard-Sitze 2.847,60 € über 36 Monate. Danach ist die Listenpreis-Richtung klar, die genaue neue EUR-Zahl in diesem Sheet aber unbekannt. Du bekommst damit keine saubere neue Dreijahreszahl. Du bekommst nur die klare Botschaft: Die Miete steigt.
Enterprise ist noch stumpfer. Der Preis ist Custom Pricing, jährliche Abrechnung, nicht öffentlich. Also keine Zahl. Das ist kein Preismodell, das du kontrollierst. Das ist ein Gespräch mit Sales.
Was es dir wirklich gebracht hat
Du hast Jira nicht gekauft, weil du Teamwork Graph im Alltag streicheln wolltest. Du hast es gekauft, weil Arbeit sonst in Slack, Mails und Zurufen vergammelt.
Die täglichen Dinge sind banal. Issue- und Ticket-Tracking. Ein gemeinsamer Ort für Bugs, Aufgaben, Owner, Status und Verlauf. Scrum- und Kanban-Boards. Arbeit wandert von Spalte zu Spalte. Sprint oder Flow, mehr ist es oft nicht. Workflows und Rechte. Ein paar Status, ein paar Übergänge, ein paar Rollen. Automation Rules. Benachrichtigen, zuweisen, Felder setzen, alten Kram schließen. Dashboards und Reports. Offene Arbeit, Blocker, Überfälliges, Durchsatz. Suche und JQL-Filter. Meine Tickets, Bugs für Release, hohe Priorität, offene Kundenfälle.
Dann kommen Basis-Integrationen. Slack. GitHub. Microsoft Teams. Bitbucket. Confluence, falls es bleiben muss. Nicht alle. Nicht tief. Nicht als Plattform-Religion. Einfach die paar Verbindungen, die jeden Tag Arbeit sparen.
Dafür war Jira Cloud nützlich. Keine Romantik. Ein Tracker mit Board, Suche und Gedächtnis.
Der Preis wird durch Dinge gepolstert, die viele kleine Teams nicht anfassen. Cross-Project Dependency Management. Advanced Roadmaps. Atlassian Guard Identity Controls. Teamwork Graph und MCP-Zugriff. Marketplace-Apps, die niemand nutzt. Enterprise-Fähigkeiten, die für ein kleines Team egal sind.
Das ist der Kern. Du mietest nicht nur dein Board. Du mietest den Schatten einer Plattform mit. Auch wenn dein Team nur 10 Leute hat. Auch wenn niemand Advanced Roadmaps öffnet. Auch wenn Guard nie Thema war. Auch wenn Teamwork Graph für dich nur ein weiteres Atlassian-Wort ist.
Die Mathematik
| Option | Preis pro Nutzer und Monat | Teamgröße | Laufzeit | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Jira Cloud Standard, Vor-Preis aus Juli 2026 | 7,91 € | 10 Nutzer | 36 Monate | 2.847,60 € |
| Eigener Build, Pro-Range | 0 €, nicht pro Nutzer | 10 Nutzer | 36 Monate | 2.500 € bis 8.000 € |
Du behältst beim Eigenbau Code, Datenmodell, Server-Kontrolle und keine Per-Seat-Preise für den nachgebauten Tracker, aber gegenüber 2.847,60 € Miete bleiben in den ersten 36 Monaten rechnerisch 0 € sicher übrig. Der Payback aus dem Kill-Sheet liegt bei 102 Monaten.
Das ist kein schöner Kill. Das ist ein ehrlicher. Bei 10 Nutzern und Standard-Preis ist Jira Cloud billig genug, um dich lange in der Miete zu halten. Genau deshalb funktioniert das Modell.
Die Rechnung kippt erst, wenn du mehr Nutzer hast, wenn du Premium brauchst, wenn inaktive Leute Lizenzen fressen, wenn mehrere Teams eigene Projekte halten, oder wenn du sowieso einen schlanken internen Tracker willst, der nicht Atlassian spielen muss. Die genaue neue Dreijahresmiete nach der Erhöhung ist unbekannt, weil der neue EUR-Listenpreis nicht im Kill-Sheet steht.
Was du stattdessen bauen würdest
Du baust nicht Jira Cloud nach. Das wäre dumm. Du baust den Tracker, den dein Team wirklich nutzt. Issues, Boards, Workflows, Rechte, einfache Automationen, Dashboards, gespeicherte Filter und ein paar Integrationen.
- Issue-Datenbank: Postgres speichert Projekte, Issues, Kommentare, Labels, Verantwortliche, Statuswechsel, Attachment-Metadaten und Audit-Historie.
- Board-UI: Eine einfache Web-Oberfläche zeigt Kanban-Boards und Scrum-artige Boards. Drag and Drop für Statuswechsel. Einfache Sprint-Ansichten.
- Workflow-Engine: Erlaubte Status, Übergänge und leichte Rechteprüfung pro Projekt oder Rolle. Kein Konzern-Prozess-Theater.
- Automation-Worker: Regeln wie Benachrichtigung bei Statuswechsel, Zuweisung nach Label, alte Tickets schließen oder Felder setzen.
- Reports und Filter: Gespeicherte Suchen, Team-Dashboards, Zählungen nach Status, Verantwortlichem, Priorität und Alter.
- Integration-Adapter: Nur die Tools, die bleiben. Slack, GitHub, Microsoft Teams, Bitbucket oder Confluence.
Der Stack bleibt klein. Postgres. Ein kleiner Node- oder Python-Service. Plain Web UI. Ein selbst gehosteter Server. Der Code liegt unter MIT-Lizenz auf deinem Server, wenn du ihn sauber individuell bauen lässt. Wenn du eine bestehende Open-Source-Basis forkst, gilt deren Lizenz.
Mögliche Open-Source-Bausteine sind Plane unter AGPL-3.0, OpenProject unter GPL-3.0 oder Taiga unter MPL-2.0. Plane kann als selbst hostbarer Issue-Tracker und Projektmanagement-Kandidat dienen. OpenProject als selbst hostbares Projektmanagement. Taiga als Agile-Tracker. Die Recherche im Kill-Sheet hat diese Projekte nicht geöffnet, also bleibt es bei Kandidaten, nicht bei einer geprüften Empfehlung.
Hosting ist simpel: ein selbst gehosteter Server unter deiner Kontrolle. Backups nach deinem Plan. Logs nach deinem Bedarf. Keine Per-Seat-Abrechnung für den eigenen Tracker.
Datenmigration: Du exportierst Projekte, Issues, Kommentare, Nutzer, Labels, Status und Attachments aus Jira Cloud, soweit verfügbar. Dann mappst du sie auf ein kleineres eigenes Datenmodell. Jira-only-Felder, die niemand nutzt, bleiben liegen. Das ist kein Verlust. Das ist Müllabfuhr.
Was du verlierst: Atlassian-gehosteten Betrieb und Atlassian-Support. Die volle Jira-Cloud-Tiefe. Advanced Roadmaps. Cross-Project Dependency Management. Atlassian Guard Identity Controls. Teamwork Graph und MCP-Zugriff. Das Marketplace-Ökosystem. Das native Zusammenspiel mit Confluence und Bitbucket. Künftige Atlassian-AI-Funktionen und separate nutzungsbasierte AI-Fähigkeiten.
Das ist der Preis. Wenn du diese Dinge wirklich brauchst, baust du nicht. Wenn du sie nur mitbezahlst, weil sie im Paket kleben, ist der Verlust keiner.
Wer das tun sollte
Teamprofil 1: 10 bis wenige Dutzend Leute, die Jira Cloud hauptsächlich als Ticket-Tracker nutzen. Bugs, Tasks, Boards, Filter, einfache Reports. Keine schweren Roadmaps. Keine komplizierten Abhängigkeiten über viele Projekte. Keine Atlassian-Guard-Pflicht. Für euch kann ein schlanker Eigenbau sauberer sein, auch wenn der Payback bei 10 Standard-Nutzern lang ist.
Teamprofil 2: Eine Agentur, ein internes Produktteam oder ein IT-Team mit klaren Prozessen. Ihr wisst, welche Status ihr braucht. Ihr wisst, welche Felder wichtig sind. Ihr nutzt 3 Integrationen, nicht 30. Ihr wollt keine Plattformstrategie, ihr wollt offene Tickets sehen und schließen. Für euch lohnt sich die Kontrolle über Daten und Workflow oft mehr als eine lange Feature-Liste.
Teamprofil 3: Teams mit vielen lizenzierten, aber wenig aktiven Nutzern. Wenn Leute nur reinschauen, kommentieren oder gelegentlich ein Ticket öffnen, ist Per-Seat-Miete Gift. Ein eigener Tracker kann solche Nutzer ohne neue Lizenzkosten aufnehmen. Die konkrete Ersparnis hängt an eurer Nutzerzahl, die hier unbekannt ist.
Weiter mieten solltest du, wenn Jira Cloud bei euch tief in Atlassian Cloud hängt. Wenn Confluence, Bitbucket, Marketplace-Apps, Guard, Advanced Roadmaps und Enterprise-Rechte wirklich täglich genutzt werden. Wenn du Atlassian-Support brauchst. Wenn dein Team keine Lust auf Betrieb, Migration und klare Prozessentscheidungen hat. Dann zahl. Aber nenn es nicht alternativlos.
Das SaaSKiller-Urteil Wenn du Jira vor allem für Tickets, Boards, Filter und ein paar Automationen nutzt, ist die Erhöhung um 7 bis 10% kein Drama, aber ein guter Anlass zum Nachrechnen. Du zahlst pro lizenziertem Nutzer für eine Plattform, obwohl dein Team vielleicht nur einen schlanken Tracker braucht. Vergleiche den Eigenbau mit 2.847,60 € für 10 Standard-Sitze über 3 Jahre vor der Erhöhung und entscheide dann, ob du die Atlassian-Extras wirklich brauchst.
Quellen
- https://www.adaptavist.com/blog/atlassian-price-updates-effective-october-2026
- https://www.atlassian.com/licensing/future-pricing/cloud-pricing/faqs
- https://www.resolution.de/post/jira-pricing-plans/
KI-generiert